Auf der Suche nach Glück


Es wäre doch großartig, wenn an dieser Stelle eine Beschreibung folgte, die dir die Richtung zum Glück weist, oder? Mit ein paar Wegweisern hier und da, vierblättrigem Klee und Glücksschweinchen, die den Pfad säumen, der dich zu garantierter Lebensfreude führt.


Wenn es doch nur so einfach wäre. Wenn es eine solche allgemein bekannte Wegbeschreibung gäbe, würden wohl kaum so viele Menschen auf der Suche nach dem Glück sein. Die Glücksforschung und die positive Psychologie haben in Studien Faktoren herausgearbeitet, die Menschen glücklich machen. Stabile Bindungen und soziale Kontakte, Gesundheit, eine aktive Freizeitgestaltung und ein sicherer Job tragen zum Wohlbefinden bei. Ein weiteres Kriterium ist der individuelle Umgang mit schwierigen Lebenssituationen. Ob wir an Krisen und Schicksalsschlägen zerbrechen oder daran wachsen und einen neuen Sinn für uns finden können, ist sehr individuell und hängt mit unserer Widerstandskraft, der Resilienz zusammen. Diese ist wichtig, um Freude auch in oder nach schwierigen Zeiten wiederzufinden.


Das eigene Glücksgefühl finden


Auch wenn es äußere Faktoren gibt, die ein glückliches Leben leichter machen, ist es individuell sehr unterschiedlich, was wir im Inneren als Glück empfinden. Wenn ich einhundert Menschen befragen würde, was für sie Glück bedeutet, bekäme ich von jedem eine (etwas) andere Antwort.


In meinen Coachings frage ich meine Klienten, was ihre ganz persönliche Definition von Glück ist. Erst wenn ich weiß, was genau diesen einen Menschen glücklich oder unglücklich macht, können wir daran anknüpfen und uns auf die Suche machen, was ihre oder seine Lebensfreude und das Glücksempfinden steigern kann.


Mach mit und überlege einmal selbst:

  • Wann warst du das letzte Mal so richtig glücklich?

  • Mit wem zusammen kannst du glücklich sein?

  • Wie erkennt dein(e) beste(r) Freund(in), dass du voller Freude bist? Worüber sprichst du dann?

  • Was tust du, wenn du glücklich bist?

  • An welchem Ort bist du glücklich?

  • Was hat dich in deiner Kindheit glücklich gemacht?

Diese Fragen können schon sehr viel in Bewegung bringen. Sie können daran erinnern, wo, wann und mit wem es uns gelingt, Glück und Lebensfreude zu empfinden. Sie können aber auch aufzeigen, in welchen Bereichen ein Mangel vorherrscht: Stress im Job, andauernder Streit mit den Nachbarn, Unzufriedenheit in der Beziehung, schlechte Ernährung, keine Zeit für Hobbies. Das sind Belastungen, Konflikte und Gewohnheiten, die das Glücksgefühl trüben. In den seltensten Fällen tritt all das gleichzeitig auf. Jedoch kann schon einer dieser Faktoren ausreichen, um tiefe Unzufriedenheit, Stress und Unwohlsein hervorzurufen. Manches lässt sich verändern, anderes braucht Akzeptanz. Es lohnt sich, einen Blick auf die einzelnen Lebensbereiche zu werfen und sie zu reflektieren: Wie viel Aufmerksamkeit gebe ich den einzelnen Themen? Wo ist eine Veränderung möglich und dringend nötig, um mein Wohlbefinden zu steigern?


Aktiv das Leben gestalten


Bei der Auseinandersetzung mit den Bereichen, in denen uns das Glücksgefühl fehlt, erkennen wir schnell, dass wir zu einem hohen Grad selbst dafür verantwortlich sind, Glück und Lebensfreude in unserem Leben zu erfahren:


Hast du wirklich keine Zeit, Sport zu treiben oder hier und da einen Spaziergang in der Natur zu machen oder halten dich soziale Medien, der Fernseher oder der innere Schweinehund davon ab?


Meckern und jammern ohne aktiv etwas zu verändern wird nicht funktionieren. Im Coaching betrachten wir die hinderlichen Glaubenssätze und Gedanken, die Klienten davon abhalten, in die Umsetzung zu kommen. Du hast die Wahl, was du daraus machst: Love it, change it or leave it. Deine Haltung ist entscheidend. Sowohl die Freiheit als auch die Verantwortung, das Glück aktiv in dein Leben zu holen liegen bei dir. Dafür ist niemand sonst verantwortlich.


Manchmal hilft es auch, den Fokus umzulenken. Statt auf das zu schauen, was nicht gut läuft, können wir uns genauso entscheiden, auf das Gute, das Schöne, das Mögliche zu blicken. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass es keine Hürden, Schwierigkeiten und Krisen gibt. Wir neigen jedoch dazu zu verallgemeinern:


Betrifft die Unzufriedenheit im Job wirklich jeden einzelnen Bereich oder ist es eher ein bestimmter zwischenmenschlicher Konflikt, der eine Lösung braucht?


Wir haben die Möglichkeit, uns täglich neu dafür zu entscheiden, Glück in unser Leben zu lassen. Manchen Menschen fällt es schwer, Glück und Freude zu empfinden und dieses wunderbare Gefühl anzunehmen, weil sie meinen, es nicht verdient zu haben. Doch auch diese Menschen können lernen, Glück zu empfangen, denn es ist für jeden da.


Achtsam das Glücklichsein üben


Um mehr Glück in deinem Leben zu erfahren, kannst du dir zum Beispiel am Morgen vornehmen, auf die kleinen Zeichen zu achten, die dich den Tag über dankbar und glücklich machen. Notiere dir drei Wochen lang Dinge, Begegnungen, Handlungen, die dir Freude bereiten und spüre, wie sich dein Fokus verändert. Nimm das Glück mit all deinen Sinnen wahr: Siehst du eine schöne Blume? Hörst du ein fröhliches Lied? Riechst du den Duft eines frisch gebackenen Kuchens? Fühlst du die Wärme einer Umarmung? Schmeckst du das wohltuende Getränk?

Je mehr Glücksmomente du sammelst, desto mehr Glück wird dir auch begegnen. Du brauchst dann keinen vierblättrigen Klee mehr, sondern kannst dich an der Fülle des dreiblättrigen Klees ebenso freuen.


Versuche auch, das Glück in dir zu spüren. Wo im Körper zeigt es sich? Ist es ein Kribbeln im Bauch? Lässt es dein Herz vor Freunde schneller schlagen, spürst du Wärme im ganzen Körper, Entspannung in den Schultern? Oder etwas ganz anderes? Erfreue dich an dem Gefühl und erinnere dich daran, wenn dir das Glück einmal fern erscheint. Breite die Arme aus oder lege die Hände auf dein Herz und lass gedanklich das Glück auf dich regnen, das du bisher gesammelt hast.


Achtsamkeit kann uns glücklich und resilient machen. Wenn es dir gelingt, Glück immer wieder zu erfahren, stellt sich mit der Zeit ein tieferes Gefühl von Freude und innerer Zufriedenheit im Sein ein. Ist das also der Weg zum Glück? Ein Zitat von Buddha besagt: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.“